Kampfkunst Stilrichtungen | |
|
Dieser Überblick erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient lediglich der kurzen Darstellung verschiedener Kampfkünste und wird ständig erweitert. "Weg der göttlichen Harmonie", ist eine rein defensive japanische Selbstverteidigungskunst, die sich dadurch auszeichnet, daß dem Angreifer keinerlei Widerstand entgegengebracht wird. Aikido basiert auf dem Gesetz der Harmonie (Ai) und lenkt oder vereinigt im Selbstverteidigungsfall die Energien des Angreifers. Hierbei spielt die innere geistige Kraft (Ki) eine große Rolle. Diese Kampfkunst erhebt hohe moralische, philosophische und pädagogische Grundsätze an den Aikidoka, der sein Leben und Handeln entsprechend ausrichtet, um seinen Weg (Do) immer in Harmonie mit der Natur und sich selbst zu bewältigen und zu verwirklichen. Begründer dieser Kunst ist Morihei Ueshiba (1883-1969). Ki-Aikido ist "Aikido in Einheit von Geist und Körper". Dieser Aikido-Stil wurde von Koichi Tohei 1975 gegründet. Durch besondere Übungen und Tests werden die Natur und Prinzipien des "Ki" dem Übenden erfahrbar gemacht. Gatka ist eine indische Kriegskunst, die seit Jahrhunderten im nördlichen Teil von Indien geübt wird. Diese Kampfmethode wird besonders von der ethnischen Gruppe der Sikhs geübt. Die Legende besagt, daß ein Meister des Gatka in der Lage war, gegen Hunderte von Feinden zu kämpfen. Gatka basiert auf Meditation und der Übung von mehr als 10 Waffen. Das Schwert ist eine der Hauptwaffen. Hapkido, koreanische Kampfkunst, die zwischen den Weltkriegen von dem Koreaner Yong Shul Choi, ausgehend vom japanischen Aikujutsu, eigenständig entwickelt wurde. Im Hapkido werden sowohl Schläge, Tritte als auch aus dem Aikido bekannte Varianten, der Ausnutzung der gegnerischen Kraft, geübt. Seit einigen Jahren existieren nun auch im Hapkido Wettkampfformen und lösen die einstmals rein defensive Substanz dieser Kampfkunst auf. Eine der unbekannteren japanischen Kampfkünste ist Iaido, die Kunst, das Schwert zu ziehen. Jeder Übende arbeitet allein an der Vervollkommnung der Technik, bis der Übende und die Übung eins werden. Das Training ist ein ständig neuer Kampf gegen die Unfähigkeit, ganz einfach mit ganzem Herzen das zu tun, was man im Augenblick tut, nämlich das Schwert zu ziehen. Das Ziel ist es, unvollkommenes Wesen, eine vollkommene Handlung begeht. (Friedrich Pohlmann über die japanische Schwertkunst) Das Jeet Kune Do (Weg der abfangenden Hand) wurde von Bruce Lee Anfang der 60er Jahre aus einer Synthese des Wing Chung Kung Fu und anderen Kampfkünsten geschaffen. "Jeet" bedeutet aufhalten oder abfangen, "Kune" bedeutet Faust oder Kampfmethode und "Do" ist der Weg oder die Philosophie. Ju-Jutsu ist eine japanische Kampfkunst der Selbstverteidigung. Spezielle Abwehrformen gegen Waffen werden in dieser Kunst besonders geübt. Ju-Jutsu wird seit etwa 2500 Jahren geübt und wurde aus China nach Japan gebracht. Eine der ältesten Schulen des Ju-Jutsu ist die von Takenuchi Toichiro gegründete Takenuchi-Ryu. Am Ende des 19. Jahrhunderts verwendete Jigoro Kano (der Gründer von Judo) mehrere Methoden des Ju-Jutsu um sein Judo zu erschaffen. JuDo, "Sanfter Weg", sollte vom Namen her nicht zu wörtlich genommen werden. Jigoro Kano, der als 23-jähriger Student 1882 eine eigene Schule, das Kodokan, in Tokyo gründete, erzählte von der Gründung folgendes: "Als ich Ju Jutsu lernte, fand ich es nicht nur interessant, sondern auch äußerst wirkungsvoll für die Ausbildung von Körper und Geist. .... da Ju Jutsu eigentlich nicht zum Zwecke der Leibeserziehung oder intellektueller und moralischer Erziehung entstanden war.....kam mir der Gedanke von jeder Schule nur die Vorzüge zusammenzunehmen. Das Ziel soll nicht im Kampf selbst liegen, sondern im Stählen und dem Ausbilden von Körper und Geist und im Studium des Kampfes." Moderne Kämpfer relativieren diese idealistische Grundhaltung natürlich stark, da sie in sportlichen Wettkämpfen den Erfolg suchen. Dabei gerät der Gedanke von Kano etwas in den Hintergrund und es kann zu Aussagen kommen wie: "No pain, no good", die der Autor dieses Artikels von einem mehrmaligen japanischen Weltmeister bei einem Judo-Lehrgang als Erläuterung einiger Bodentechniken zu hören bekam. Denoch gilt für
Judo die folgende alte Philosophie einer berühmten Kampfschule: "Wer
das Schwert oder die Lanze benutzt, beabsichtigt zu töten, und dabei gibt
es kein Überleben. Aber die göttliche Kunst tötet nur den bösen
Geist und läßt den sündlosen Körper am Leben." In
Judo sind deshalb Techniken, die zu Verletzungsgefahr führen können,
weitgehend verboten. Es kommen keine Tritte und Fauststöße vor, die
Hebeltechniken sind auf das Ellenbogengelenk beschränkt und die Würgetechniken
dürfen sich nicht gegen den Kehlkopf richten. Ein Kampf wird oft auch durch
Haltegriffe entschieden, die länger als 30 Sekunden wirksam ausgeführt
wurden. Von der körperlichen Seite her wird im Judo die Ausbildung einer
starken und beweglichen Hüfte angestrebt. Eine große Rolle spielt
in dieser Kampfsportart das Gleichgewicht. Der Kämpfer, der körperlich
oder auch mental sein Gleichgewicht verloren hat, ist seinem Gegner oft hilflos
ausgeliefert. Kalaripayat ist eine indische Kriegskunst. Bodhidharma verwendete es wahrscheinlich, um hieraus die Grundlagen des Shao-Lin-Kenpos zu schaffen. Der "Weg des Schwertes" ist eine alte japanische Kampfkunst die sich aus dem rein militärischen Ken Jutsu entwickelte, dessen Ursprünge sich bis in das frühe 14. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Eine genau Trennung in Ken Jutsu und Kendo ist nicht möglich, da sich bereits im 16. Jahrhundert verschiedene Meister versuchten, dieser militärischen Disziplin aus philosophischer Betrachtungsweise zu nähern. Der Zenmeister TAKUAN (1573-1645) versuchte in seinem Buch TAIAKI den Zusammenhang zwischen Zen und dem Bushido zu erklären. Der Kernsatz seiner These lautet: KEN ZEN ICHI; was soviel heißt wie Das Schwert und Zen sind Eins. Durch diesen Ausspruch wollte Takuan darauf hinweisen, welchem Stellenwert er dem Schwert einräumte, in Bezug auf das Studium des Zen. Er sah darin mehr als lediglich einen Gegenstand oder Hilfsmittel, sondern erhob es zu einem Kultgegenstand, das für die höchsten menschlichen Tugenden stand. Diese zu erlangen und zu bewahren waren des Übenden Herausforderung. Seit dem Meister Munenori (Lehrer von Takuan) setzt sich die Liste von Kendokas fort, die sowohl in der Tradition des Kendo als auch als Philosophen bemerkenswertes vollracht haben. Hier seien nur genannt: Sekuin, Musashi, Mugen u.v.a.. Am bekanntesten dürfte wohl Miyamoto Musashi von allen sein, der als Sieger aus über 60 Kämpfen hervorging. Neben seinen bemerkenswerten Fechtkünsten war er auch ein Meister der Kaligrafie, der Malerei und der Bildhauerei. Er schrieb DAS BUCH DER VIER RINGE. Seit Beginn des 20. Jahrhundert ist das Kendo Pflichtfach an den japanischen Mittelschulen, womit der hohe pädagogische Stellenwert dieser Kunst noch weiter unterstrichen wird. Kyudo ist der Weg des Bogens. Es ist eine alte japanische Kriegskunst, die daraus besteht, die Methoden des Kyu-Jutsu zu üben. Einer der bekanntesten Meister des Kyudo war Awa Kenzo (1880-1939). In Japan wird die Entwicklung des Kyudo vom Zen-Nihon-Kyudo-Renmei beaufsichtigt, welches 1948 gegründet wurde. Ninjutsu ist eine durch unzählige (z.T. unsinnige) Filme bekannt gewordene Kampfkunst, die sich im feudalen Japan entwickelte. Diese Kampfkunst zeichnete sich besonders durch die universelle Ausbildung aus. Der Ninja (Ausübender des Ninjutsu) lernte nicht nur den Umgang mit den verschiedensten Waffen und Gegenständen, sondern auch verschiedene waffenlosen Kampfformen, das Giftmischen, das Spionieren und das Kundschaften. Mit dieser Universalausbildung war der Ninja ideal für die verschiedensten Einsätze "geschaffen", was in der damaligen Zeit auch rege genutzt wurde, wenn nicht gerade offener Krieg war. So wurden Widersacher vergiftet, ermordet, es wurde spioniert und verraten. Es erklärt sich somit von selbst, weshalb Ninjas auch so gefürchtet waren besonders in den höheren "Gesellschaftsklassen". Mit dieser Furcht vor den Ninjas ging jedoch eine gesellschaftliche Ächtung einher, d.h. ein Ninja war in der gesellschaftlichen Struktur auf einer der untersten Stufen zu finden, obwohl diese Ninjas in ihrem "normalen" Leben Geschäftsleute, Bauern waren oder irgend einer anderen Beschäftigung nachgingen und nur nach Auftragserteilung in ihre Verkleidung schlüpften. Die Identität eines Ninja blieb geheim bzw. der Ninja versuchte seine Identität selbst geheim zu halten. Wurde z.B. ein Ninja bei einem Einsatz gefangen genommen, so versuchte er alles um seine Identität nicht preisgeben zu müssen, meist beging er Selbstmord und u.U. verstümmelte er vorab noch sein Gesicht um somit seine Familie zu schützen. Lediglich aus den Reihen der Samurai gingen keine Ninjas hervor. Ninjas waren keinem Daimyo (Lehnsherren) verbunden, konnten sich also auch aussuchen für wen sie gerade arbeiten wollten. Es entwickelten sich im Laufe der Jahre verschiedene Ryus, worunter hier jedoch zu verstehen ist, daß sich Spezialitäten der einzelnen Lehrer heranbildeten und in der Regel nur innerhalb der Familie auch weitergegeben wurden. Der Ninja und die mit ihm verbundenen Kampfkunst dürfte sich in Wirklichkeit um einiges anders dargestellt haben als wie sie uns in den Filmen gezeigt wird. Die Realität des Ninja war weitaus weniger mit Mystik behaftet, ebenso wie seine Kampfkunst, denn auch ein Samurai war schließlich ein Krieger der sein Handwerk verstand und durchaus die Tricks und Fähigkeiten eines Ninja einzuschätzen wußte. Nunchaku-Do bedeutet "Nun"=zwei, "Chaku"=Hölzer, "Do"=der geistige Weg Hinter dem Begriff QiGong verbirgt sich eine sanfte gymnastische Übungsmethode, die unter besonderer Beachtung der Atmung Körper und Geist zugleich anspricht. QiGong fördert die Gesundheit und kräftigt den gesamten Organismus. Es stellt die Voraussetzungen wieder her, die für die inneren Organe physiologisch am günstigsten sind, stärkt so die allgemeine Vitalität und regt das Immunsystem an. QiGong bietet zugleich eine Methode zu intensiver Entspannung und Streßabbaudie es ermöglicht, größere Gelassenheit einzuüben. In seinem Ursprungsland China wird QiGong nicht nur allmorgentlich in Parks und Gärten geübt. Es wird auch in Kliniken und Sanatorien zur Behandlung unterschiedlichster Erkrankungen, beispielsweise im Bereich der Wirbel und Gelenke, bei Krampfadern und Ödemen, bei Herz-und Kreislaufbeschwerden und selbst zur Bekämpfung bösartiger Krankheiten in der ausschließlichen und unterstützenden Therapie eingesetzt. Tae Kwon Do - koreanische Kampfkunst, die in großen Teilen dem Karate in technischer Hinsicht ähnelt. Das Tae Kwon Do kann auf eine etwa 1800 Jahre alte Tradition zurückblicken. Zu Beginn dieser Kampfkunst wurden unter dem Begriff "Subak" vorwiegend Handtechniken geübt. Etwa um 600 n.Chr. entwickelte sich das Kampfsystem "Taekyon" bei welchem die Beintechniken dominierten. Diese Kampfsysteme wurden ausschließlich vom Adel und hohen Militärs betrieben. In den folgenden Jahrhunderten vermischten sich diese Kampfkunstsysteme durch die engen wirtschaftlichen oder kulturellen Kontakte mit den Nachbarländern. Der Name Tae Kwon Do wurde erst im Jahre 1955 durch General Choi Hong Hi dieser Kampfkunst verliehen. Er wurde 1918 geboren und studierte Ende der 30er Jahre Shotokan Karate bei Meister Funakoshi. In Korea schuf er seinen eigenen Stil: Das Chang-Hon-Yu. 1966 gründete er in Seoul den ersten Internationalen Taekwon-Do Verband. General Choi Hong Hi war es auch, der aus der Vielzahl der Stile einen zum Tae Kwon Do systematisierte und der Bevölkerung zugänglich machte. Durch den Koreakrieg bedingt, erlangte Tae Kwon Do sehr schnell in den USA große Verbreitung. Kurzbeschreibung: Die Hyongs (Katas) der Unterstufe unterscheiden sich kaum von den im Karate bekannten Kata-Formen. Der Stand ist generell um einiges höher als im Karate, auch werden einige Abwehrformen anders ausgeführt. Die Tendenz, überwiegend im Kampf mit den Füßen zu agieren, ist im Tae Kwon Do sehr stark vorhanden. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1973 in Seoul statt. Tae Kwon Do ist eine olympische Disziplin. Taichi chuan ist eine alte chinesische Kampfkunst (chin., wörtl.: die Faustkampfmethode des Höchsten und Letzten), die, der Legende nach, ebenfalls wie das Kung Fu (Chuan fa) aus dem Shaolin Kloster entstammt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das kampforientierte Taichi chuan derart verändert, daß es etwa seit der Jahrhundertwende fast ausschließlich unter dem gesundheitsfördernden Aspekt betrieben wird. Die weichen, fließenden Bewegungen in Verbindung mit der harmonischen Atmung dazu, sind ideale Voraussetzungen zum meditativen Üben. Besonders stark vertreten ist das Taichi chuan natürlich in China. Dort üben bereits am frühen morgen Alt und Jung besonders bevorzugt in den Parkanlagen, aber auch einfach vor dem Haus. Da diese Kampfkunst keinerlei Ansprüche erhebt körperliche Voraussetzungen zu erfüllen, kann und wird bis in das hohe Alter hinein geübt. Yoseikan Budo wurde im Laufe der 70er Jahre von Meister Hiroo Mochizuki geschaffen. Hiroo Mochizuki sammelte viele Erfahrungen in anderen Kampfkünsten wie Judo, Karate, Aikido, Kendo. Nach jahrelanger persönlicher Forschung über die Energie, entwickelte er aus diesen Künsten Methoden, die die Kraft eines Treffers viel besser umsetzen können, da die Bewegung kreisförmig und sanft ist wie eine Welle ist. Im Yoseikan-Budo verwendet der Übende Schläge und Tritte wie im Karate, Hebel und Würfe wie im Judo und Aikido und Waffen wie im Kobudo. | |